Wie so oft ist das solange witzig, wie man es im Kopf dreht. Wenn ich kein Geld habe, aber Zeit, dann kann ich die Zeit in Geld umwandeln. Genau. Nur: Was nutzt es, wenn man nicht so viel Zeit hat, wie es braucht, um sie in Geld zu verwandeln?
Wenn das Problem ein spirituelles Problem ist, ist es egal, ob man Zeit in Geld verwandeln muss oder umgekehrt. Oder, um es wie Carse zu sagen:
Wer spielen muss, kann nicht spielen.
Ich erinnere mich an eine Situation, als ich Bekannte an ihrem Imbissstand besuchen wollte. Ich war schon länger nicht mehr da gewesen, da ich aber in der Nähe zu tun hatte, dachte ich, auf ein Käffchen vorbei zu schauen. Als ich 'rein kam, trottete mir ein Hund entgegen und zeitgleich tauchte hinterm Tresen jemand auf, den ich nicht kannte. Während ich den Hund mit beiden Händen am Hals kraulte, fragte ich aus der gebückten Haltung heraus nach meinen Bekannten - und erfuhr, dass die den Imbiss aufgegeben und verkauft hatten. Aha. Die Frau hintern Tresen meinte dann:
"Ja, schon vor zwei Monaten. Wussten Sie das nicht? Na ja, ist ja egal - aber sagen Sie mal, dass sich der Hund von Ihnen kraulen lässt - das kenne ich gar nicht von ihm."
Tatsächlich hielten sich die Leute einen Bullterrier, was mir erst in dem Moment auffiel, als ich zu ihm runter schaute - und mit großen Entsetzen erkannte, dass der in einer Art Schockstarre vor mir stand und die Zähne gefletscht hatte, während ich ihn kraulte. Irgend etwas musste ihn angenagelt haben, denn eigentlich wollte er losbrüllen und beißen - aber, wie gesagt, er konnte nicht. Ich glaube heute noch, dass die Ursache dafür meine innere Gewissheit war, dass vor mir ein ganz lieber Hund stand, der mich zu mögen schien.
Ämm, selten hatte ich meine Hände schneller in die Höhe gebracht, als in dem Moment, in dem ich seine Zähne sah.
Nein, wir sprechen nicht über Hunde sondern über Geld und Zeit ... und innere Überzeugungen und spielen.
Heute war im Handelsblatt über Annie Leibovitz zu lesen. Ja, genau, die weltberühmte Fotografin, die auch dieses sehr berühmte Foto oben von Demi Moore gemacht hat. Annie ist ein bisschen, sagen wir, in Schieflage gerutscht. Will sagen: sie hat ein bisschen mehr Geld ausgegeben, als sie eingenommen hat. Wie so oft finden sich hinterher immer Leute, die dann genau erklären können, warum das so kam. Und da hört man, dass sie gerne mal einen Mietwagen hat stehen lassen, ohne ihn zurückzubringen, oder sie hat Freunden teure Geschenke gemacht. Na ja, da kommen dann schon mal ein paar Tausender zusammen. Aber wissen Sie was? Es muss ihr ziemlich wurscht gewesen sein. Sie hat einfach weiter Gas gegeben.
Ich kenne Menschen, in meiner Familie, die können nicht mehr schlafen, wenn ihr Konto auf Null runter gegangen ist. Auf Null. Kein Spaß. Da kommt sofortige Atemnot auf. Ich kenne Leute, die kriegen die Schweißausbrücke, wenn das Konto bei 25.000 im Soll steht. Und, jepp, das ist auch sehr verständlich. Annie Leibovitz, und wir wollen uns noch mal kurz in Erinnerung rufen, dass sie eine Fotografin ist, konnte seit November nicht mehr ihre Schulden bedienen, die sich auf 25 Millionen summiert hatten. Kein Klecks. Richtiges fettes Geld. Ich habe Leute mit deutlich weniger den Bach runter rauschen sehen - mich eingeschlossen. Nun, Annie nicht. Sie hat einen neuen Deal abgeschlossen, der die Schulden übernommen und ihr die Rechte an all ihren Bildern und Negativen zurückgebracht hat. Ach ja, und sie hat jetzt wieder Luft für die nächsten 20 Millionen.
Nein, machen wir uns da nix vor, Annie ist kein Vorbild. Aber eines muss man doch sagen: Sie ist ganz offensichtlich eine große Spielerin, die sich nicht so leicht erschrecken lässt. Jedenfalls nicht von 25 Millionen Miese.
Was ich sagen will, ist, solange man die Fähigkeit behalten hat, zu manifestieren, ist es ziemlich egal, wie alle anderen um einen herum die Lage beurteilen. Sie sind der Mittelpunkt Ihres Universums. Sie sind seine Ursache. Wenn Sie das nicht leben können, dann haben Sie ein spirituelles Problem, kein finanzielles ...
Machen Sie's gut ... :-)


Interessant, was Du da aus meiner Anregung gemacht hast. Das zeigt mal wieder, dass es unendlich viele Sichtweisen zu ein und demselben Thema geben kann - und alle sind auf ihre Art richtig.
AntwortenLöschenAlles Liebe,
Jürgen
Ja! Alle Ansichten sind richtig - und daher auch keine! Großartig oder? Es lässt die Verantwortung da, wo sie hingehört: in den Händen jedes einzelnen :-)
AntwortenLöschenDanke für den Kommentar :-)
rk-f